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Freizeitfreunde Leserartikel

Bild von Gisela Sobeck


» Was macht eigentlich... Claus Biederstaedt

© Christiane Wegener

Was macht eigentlich... Claus Biederstaedt Claus Biederstaedt, 76Mit Filmen wie "Drei Männer im Schnee" oder "Nachtschwester Ingeborg" wurde er zu einem der Stars des deutschen Nachkriegsfilms

Zur Person:

Claus Biederstaedt, 76, in den Kulissen des Theaterstücks "Der Neurosenkavalier", mit dem er in den vergangenen Monaten auf Tournee war. Mit seiner Frau Barbara, einer Kieferorthopädin, lebt er in Eichenau nahe München. Biederstaedt kam als Sohn eines Lehrers in Stargard (Pommern) zur Welt, wurde als Gymnasiast zum Wehrdienst einberufen. Nach dem Krieg holte er in Hamburg das Abitur nach und begann ein Medizinstudium, das er jedoch bald wieder aufgab. Ab 1949 besuchte er die Schauspielschule des Deutschen Schauspielhauses Hamburg. Will Quadflieg und Joseph Offenbach waren seine Lehrer. Neben seinen Rollen in mehr als 60 Filmen lieh er als Synchronsprecher seine tiefe, rauchige Stimme Detektiv Rockford, Inspektor Columbo - und dem Polizeichef in "Casablanca", zu dem Humphrey Bogart den berühmten Satz sagt: "Dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft"

Das Interview mit Claus Biederstaedt führte Alexander Kühn

Herr Biederstaedt, man möchte neidisch werden: Frauen jenseits der 30 bekommen noch immer leuchtende Augen, wenn sie nur Ihren Namen hören.

Ist das so? Das freut mich. Neulich saß ich in Lübeck in einem Café. Eine Dame kam an den Tisch und bat um ein Autogramm. Dann kam eine zweite, eine dritte, nach wenigen Minuten hatte sich eine Schlange gebildet. Nach einer halben Stunde Autogrammeschreiben war der Kaffee kalt.

Sie haben mit den schönsten Frauen gedreht, die der deutsche Nachkriegsfilm zu bieten hatte.

Die mich privat nie interessiert haben ...

Und Romy Schneider?

Ach, Romy. Wir haben "Feuerwerk" gedreht, sie war 16, ich zehn Jahre älter. In einer Szene singe ich ein Lied und küsse sie auf den Mund - so wie es im Drehbuch steht. Plötzlich fängt Romy an zu weinen, läuft weg, schließt sich in der Garderobe ein und ruft: "Ich will niemanden sehen, nur Claus." Als ich eintrete, liegt sie tränenüberströmt auf dem Sofa und sagt: "Ich will nur wissen, ob du mich wenigstens ein bisschen lieb hast." Ich antworte: "Das weißt du doch. Aber wenn du 's noch mal hören willst: ja." Dann, meint sie, sei ja alles gut.

Warum hat sie geweint?

Es war der erste Kuss ihres Lebens.

Und weiter?

Wir waren beide verknallt, haben geflirtet auf Teufel komm raus. Keine Bettgeschichten, höchstens ein Kuss auf die Wange. Na ja, und dann kam Alain Delon.

Sie haben damals einen Film nach dem andern gedreht. Heute, nach 40, 50 Jahren, laufen die noch immer im Fernsehen.

Ja, wie furchtbar.

Freut Sie das nicht?

Die Filme sind nicht gemacht, um ein halbes Jahrhundert später im Fernsehen gesendet zu werden. Sie sind aus der Zeit entstanden. Die Menschen wollten den Geruch von Rauch und Pulver vergessen.

Für einen verregneten Sonntagnachmittag sind sie immer noch gut.

Sie müssen sich vorstellen, was damals bei den Uraufführungen los war. Als Heinz Rühmann und ich 1956 zur Premiere von "Charley's Tante" nach Berlin kamen, war die Straße schwarz vor Menschen. Der Ku'damm musste gesperrt werden. Im Gloria-Palast wurden nach jeder Vorstellung mindestens zwei Sitze ausgetauscht - die waren nass, weil die Leute sich vor Vergnügen in die Hose gemacht hatten. Die Lautstärkeregler waren aufgedreht bis zum Anschlag, trotzdem hat man nichts verstanden - so laut wurde gelacht. Vor dem Fernseher kommt so eine Stimmung nicht auf.

In neueren TV-Produktionen sieht man Sie kaum noch.

Denen bin ich einfach zu alt, Kategorie: Grufti. Ich spiele viel Theater, das ist das beste Fitnesstraining. Ich war gerade einige Monate auf Tournee mit der Komödie "Der Neurosenkavalier". Jetzt bin ich erst mal wieder zu Hause, bei Frau und Hund.

Ausspannen und nichts tun?

Nein, ich habe die Welt des Computers entdeckt. Ich habe während meiner Reisen nach Florenz und in die Provence einige Filme gedreht. Die will ich jetzt digital bearbeiten. Neulich war ich sogar im Internet - aber das war mehr ein Versehen.

Trauern Sie den alten Zeiten nach?

Jean Paul sagt: Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können. Keine Angst, ich werde jetzt nicht wehmütig. Ich weiß, dass meine Lebensuhr unten schon gut gefüllt ist. Aber ich hoffe, oben ist noch einiges drin.

 

Quelle:  stern TV

2 Bewertungen

  • Bild von rostein

    Ist das auf dem Foto wirklich Klaus Biederstedt? Eigentlich sieht er doch so aus:Nach seiner Krebs-OP, der ein Viertel seiner Zunge zum Opfer fiel, hat er sich komplett zurückgezogen und kämpft still um seine Stimme und sein Leben.Mit seiner Frau Barbara, mit der er seit 37. J. verheiratet ist, lebt er jetzt in München. Sie ist ihm eine große Stütze.

  • Bild von Sturmwind123

    soweit ich weiß, ist dieser schauspieler 84 jahre alt und sieht auch etwas anders aus

  • Bild von Pina.Florales

    In zwei Tage fielleich feiere seine Namenstag.

  • Bild von Specki

    Schön kopiert, Gisela!



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