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» Illegaler Datenhandel - So wird mit unseren Daten umgegangen

Es ist erschreckend, wie manche Website-Betreiber aber auch Firmen mit den sensiblen persönlichen Daten der User umgehen. Es kann nur jedem angeraten werden, sich mehrfach genau zu überlegen, welche Daten er oder sie Dritten anvertrauen möchte. Von Web-Angeboten und/oder Verträgen, bei denen unnötig viel an persönlichen Daten abgefragt werden, kann eigentlich nur abgeraten werden.
http://www3.ndr.de/media/pandatenmissbrauch100.html
Im verlinkenten Panorama-Beitrag des NDRs vom 10.12.2008 wird aufgezeigt, wie durch Eintrag der persönlichen Daten bei Gewinnspaktionen und bei einer harmlos aussehenden Seite - die sich dann natürlich als äußerst unseriös und fahrlässig in Bezug auf die Daten entpuppt - man von Webeanrufen und Spam überflutet wird und die persönlichen Daten fortan unkontrolliert ihre Kreise duch den Cyberspace und über die Adresshändler ziehen.
Für den Bericht haben sich die Reporter falsche Adressen zugelegt und sich mit einer davon u. a. bei schottenwelt.de eingetragen. Gleichzeitig haben sie der Weitergabe der Adressdaten per Einschreiben widersprochen. Laut unseren gesetzgebenden Politikern ist dies eine ausreichende Maßnahme, um die Weiterverwendung der Adressdaten zu verhindern. Genaugenommen ist dies das Maximum, was der Verbraucher zu tun in der Lage ist - mal davon abgesehen solch einen Dienst wie schottenwelt.de gar nicht erst zu benutzen.
Trotzdem landeten nach kurzer Zeit mehr als 500 Spam-Mails im fingierten Postfach der Reporter, und es trudelten auch die ersten zum Teil unverschämten Werbeanrufe auf dem extra für diesen Versuch geschalteten Telefonanschluss ein. Es waren Abo-Jäger, Callcenter, Produkttestangebote dabei, aber auch Firmen großer Unternehmen wie z. B. freenet. Darauf angesprochen versuchte freenet das natürlich als bedauerlichen Einzelfall abzutun. Das ist die übliche Ausrede. Und ich frage mich, ab wann Einzelfälle endlich mal als übliche Vorgehensweise bezeichnet werden.
Die Reporter suchten auch den Betreiber von schottenwelt.de auf. Und an dem im Film dargestellten Verhalten zeigt sich, wie seriös das Unternehmen schottenwelt.de wirklich ist: Zunächst wollte sich der Betreiber überhaupt nicht äußern, dann nur schriftlich auf Fragen antworten und schließlich ließ er sich auf ein Gespräch ein, aber ohne Kamera. Für mich ein klares Zeichen wie schlecht dessen Gewissen eigentlich ist. Und obwohl die Reporter den Widerruf als Einschreiben haben zustellen lassen, behauptete der Betreiber, er habe nie einen solchen Widerruf bekommen. Mag jeder selbst entscheiden, für wie glaubhaft er das hält.
Die größte Frechheit und an Zynismus kaum zu überbieten war aber die Aussage eine der Geschäftsführerinnen der Firma eumedien (Ich hoffe ich habe den Namen richtig im Bericht verstanden. Laut Internet-Recherche sucht diese Firma tatsächlich Produkttester.). Auch diese Firma rief auf dem fingierten Telefonanschluss an und bot den Reportern an, Produkttester zu werden. Es würden Produktproben zugestellt werden, die dann getestet werden sollten. Dass der Produkttester Geld an die Firma dafür bezahlen sollte, wurde laut des TV-Beitrags geschickt in einem Nebensatz versteckt.
Eine der Geschäftsführerinnen dieser Firma eumdien trafen die Reporter auf einem Parkplatz an. Und natürlich war auch diese zu keinem Interview bereit. Aber sie machte folgende unsägliche Aussage, nämlich, ob die Reporter denn überhaupt wissen, was sie (die Reporter) da täten, sie (die Reporter) vernichten Arbeitsplätze.
Mit anderen Worten: Wir, die Verbraucher, sollen den illegalen Handel mit unseren persönlichen Daten akzeptieren, Belästigungen per Mail und am Telefon hinnehmen, mit dem Argument, dass sonst Arbeitsplätze verloren gehen.
Aber was für Arbeitsplätze sollen das denn bitteschön sein? Die Firma eumedien übersieht hierbei wohl, dass "Illegaler Adresshändler", "Telefonbelästiger" und "Spam-Versender" keine Berufe sind. Dass diese Firma möglicherweise Angestelte hat, die genau solche Dienste durchführen, kann nicht dem Verbraucher angerechnet werden. Das ist völlig und allein das unmoralische Geschäftsmodell der Firma. Mal davon abgesehen, dass diese Aussage der Geschäftsführerin sowieso ein Schlag ins Gesicht der Opfer der Belästigungen ist. Hier wird wirklich versucht, Handlungen, wenn nicht im illegalen Bereich dann aber zumindest in einem tief grauen Grau-Zonen-Bereich, mit der Arbeitsplatzargumentation zu rechtfertigen. Dann kann ich auch sagen: "Lasst die Einbrecher laufen, sonst verlieren viele Polizisten ihren Job."
Wer mag, kann ja mal bei google nach eumedien suchen und sich selbst ein Bild von dieser Firma machen.
Der TV-Beitrag zeigt eindringlich, wie gefährlich es ist, seine Daten bedenkenlos irgendwo an- oder einzugeben. Dies bezieht sich nicht nur aufs Internet, sondern auch in der realen Welt, z. B. bei Gewinnspielen, Preisausschreiben, Geschäfte übers Telefon etc.
Es ist immens wichtig, dass jeder sich genau überlegt, wem er seine Daten anvertraut. Lieber das Angebot mehrfach hinterfragen. Verdächtig ist es immer dann, wenn die Firma oder das Web-Angebot Daten vom User wissen will, die in keinem direkten Zusammenhang zum Angebot stehen, wenn also mehr Daten als eigentlich erforderlich abgefragt werden. Auch sollte man schauen (z. B. im Impressum), ob der Anbieter seinen Sitz im Ausland hat, und versucht auf diese Weise für die deutsche Justiz unerreichbar zu werden, etc.
Am aller wichtigsten aber ist der eigene gesunde Menschenverstand: Hat diese Website wirklich was zu verschenken? Kann diese Website wirklich 100.000€ Gewinn ausschütten? Welche Produktproben sind zu erwarten? Ist das Angebot wirklich kostenlos? Etc., etc., etc.
Beim kleinsten Zweifel einfach von der Seite wieder wegsurfen. Wenn die Daten erst einmal im Umlauf sind, ist es so gut wie unmöglich, das jemals wieder unter Kontrolle zu bringen und rückgängig zu machen.
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Kommentare zu "Illegaler Datenhandel - So wird mit unseren Daten umgegangen"
Ich bin der Meinung, wir wissen über uns selbst am wenigsten. Wir sind schon lange vor dem Internet überall registtiert worden. Telefon, Krankenkasse, Fernsehgebühren, Wettbewerbsteilnahme, Lotto, Toto usw. Überall geben wir unsere Daten ab. In der Anonymität verschwinden können wir schon lange nicht mehr. Wenn jemand Angst hat vor dem Datenmissbrauch muss er sofort aufhören sich im Internet zu bewegen, selbst dann ist nichts mehr sicher. Auch der Bargeldbezug am Bankautomat birgt Risiken.
Man staunt immer wieder was für inteligente Menschen sich im Internet "bescheissen" lassen !! Leider gibt's Momente da glaubt man alles richtig gemacht zu haben und schon findet man seinen Namen bei Google wieder !!
Danke für den Beitrag - wir machen kein E-Banking - es geht auch, ohne gerade weil dort immer mal Probleme auftauchen und das ganze"scheinbar" noch immer nicht sicher sei !!!!
Dieses betrifft aber nicht nur die Daten die im Internet preisgegeben werden. Sehr viele Leute geben bei Stadtfesten u.ä. Gelegenheiten bei ominösen Gewinnspielen (Autogewinn...) sehr gerne die Persönlichen Daten weiter ohne darüber Nachzudenken wohin diese gelangen. Ich habe des öfteren bei solchen Gelegenheiten darauf hingewiesen und nur böse Beschimpfungen erhalten. Also, als mündiger Bürger, sollte ich schon in der Lage sein, einige Machenschaften zu durchschauen und mich um Informationen zu bemühen. Wer dies nicht tut und nicht will, dem ist nicht zu Helfen. Aber wie heisst es so schön:" Aus Schaden wird man klug"!
Ich bin der gleichen Meinung wie Jasmin,es ist allen bekannt das wir vollkommen aus Glas sind was die Datensicherheit beim Surfen oder überhaupt das Internet angeht.
Man kann halt nur versuchen vorsichtig zu sein und vor alen Dingen nicht direkr überall alles bekannt geben.
Danke für Deinen Beitrag bluetronic
Man kann auch an seiner Anonymität (gibt es das Wort überhaupt so) vereinsamen...ich aber nicht...
ich bin auch der Meinung, wir sind durch das Internet total transparent geworden. Aber richtig schützen... glaube ich kann man sich beim surfen nicht.
Da sind wir uns doch eigentlich schon lange, in vielen vorangegangenen Beiträgen, darüber einig, dass wir doch selber schuld sind. Wir geben über das Internet, wie auch hier bei FF, viele unserer Daten frei. Wie viele machen Online-Banking? Ich bezahle Rechnungen über Internet oder lasse abbuchen. Ich bekomme viele News-Letter, die ich auch selbst bestellt habe und damit meine E-Mailadresse u.s.w. freiwillig bekanntgegeben habe und nehme an allen möglichen Gewinnspielen teil. Und so ist es doch bei fast allen von uns. Man könnte unendlich aufzählen.
Wir dürfen uns also gar nicht beschweren, dass so viel über uns bekannt ist. Und wir alle möglichen Angebote per Mailbekommen
geändert: jasmin 08.01.2009 um 14:57 Uhr
Super Artikel Bluetronic, vielen Dank.Stimme dir auf ganzer Linie zu!