28.Februar 2008
Alle vier Jahre wieder?
» Schaltjahre berechnen
Es ist wieder so weit: alle an einem 29. Februar Geborenen dürfen endlich mal wieder an ihrem richtigen Geburtstag feiern. Denn 2008 ist ein Schaltjahr, der zweite Monat um einen Tag länger. Und dann erst wieder in vier Jahren? Ja, aber das ist nicht immer so.
Aufpassen, ob erst der 29. Februar oder schon der 1. März ist (Foto: RainerSturm/» PIXELIO)
Unser Kalender, der Gregorianische, teilt das Jahr in 365 Tage ein. Das Sonnenjahr, also ein Umlauf der Erde um die Sonne, dauert aber 365 Tage, 5 Stunden 55 Minuten und 12 Sekunden, ist also fast einen viertel Tag länger. Durch diese Differenz sammelt sich folglich alle vier Jahre fast ein ganzer Tag an. Der wird dann durch ein Schaltjahr mit dem zusätzlichen 29. Februar ausgeglichen.
Das reicht aber noch nicht aus, damit Kalenderjahr und Sonnenjahr gleichziehen können. Denn: die Differenz alle vier Jahre beträgt ja nicht ganz einen Tag, ein ganzer Tag wird aber dazu gegegeben. Damit ist das Schaltjahr also etwas zu lang geraten. Wenn wirklich alle vier Jahre ein Schaltjahr eingefügt würde, ergäbe dies eine immer größere Differenz. Das Problem wurde so gelöst: alle durch 100 teilbaren Schaltjahre fallen aus.
Aber zu früh gefreut. Mit dieser Regelung würde unser Kalender über die Jahrhunderte wieder hinterher hinken - immerhin 18 Stunden und 43 Minuten nach 100 Jahren. Deshalb finden alle Schaltjahre, die durch 400 teilbar sind, doch statt.
Also lautet die Formel für Schaltjahre so:
Ist die Jahreszahl durch vier teilbar, aber nicht durch 100, ist es ein Schaltjahr. 2008 fällt unter diese Regel.
Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, ist es kein Schaltjahr. 2100 wird kein Schaltjahr sein.
Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, dann ist es ein Schaltjahr. Deshalb war das Jahr 2000 ein Schaltjahr.
Über Papst Gregor, nach dem unser Kalender benannt ist, gibt es zahlreiche Biographien (Foto: Verlag Neue Stadt)
Auch wenn es verworren erscheint, die Regelung war dringend notwendig.
46 v. Chr. führte Julius Cäsar den Julianischen Kalender ein. Grundlage waren die Berechnungen des griechischen Astronomen Hipparchos, der schon 150 Jahre zuvor die exakte Dauer des Sonnenjahres berechnet hatte. Bis zu dieser Zeit dachte man, die Dauer eines Jahres läge bei 355 Tagen. Zu Cäsars Zeiten wusste man auch schon um die enstehende Differenz alle vier Jahre. Dem Julianischen Kalender wurde daher erstmalig das Schaltjahr angehängt. Alle vier Jahre, aber ohne Ausnahme. Die Folge: alle 128 Jahre war es ein Schaltjahr zu viel. Mit den Jahrhunderten verschoben sich daher Sonnen- und Kalenderjahre so sehr, dass es schließlich der christlichen Kirche schwer fiel, ihre Feste zu den richtigen Zeitpunkten zu feiern. Irgendwann wurde es Papst Gregor zuviel und er gab bei dem deutschen Jesuiten Christophorus Clavius 1579 einen neuen Kalender in Auftrag. 1582 wurde der Gregorianische Kalender eingeführt. Es ist der heute in den meisten Teilen der Welt gültige Kalender. Er löste im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche andere Kalenderformen ab. Die bisher letzte Umstellung erfolgte 1949 in China. Übrigens: Wer wissen will, ob er in einem Schaltjahr geboren wurde, kann dies » hier herausfinden.
Schlagworte zu diesem Artikel: Astronomie Christophorus Clavius Gregorianischer Kalender Hipparchos Jahreszahl Jesuit Julianischer Kalender Julius Cäsar Papst Gregor Schaltjahr Sonnenjahr Wissenswert






Kommentare zu "Schaltjahre berechnen"
Das ist aber wirklich sehr interessant. Ich kann diesen Artikel nur Jedem ans Herz legen... So wird man schlauer und stellt fest, dass Geschichte & Gegenwart doch immer zusammenhängen...